Tipps, um die Angst vor dem Zahnarzt zu überwinden

Die wenigsten Menschen gehen gerne zum Zahnarzt. Kein Wunder, denn schließlich sind die Besuche in der Regel eher unerfreulicher Natur. Vor allem dann, wenn auf eine Untersuchung diverse Behandlungen folgen, möchten viele Patienten am liebsten die Flucht ergreifen. Bis zu einem gewissen Grad ist diese Denkweise vollkommen normal. Doch was tun, wenn die Angst vor dem Zahnarzt überhandnimmt?

Angst vorm Zahnarzt - Tipps, um Ängste vor dem Zahnarzt zu überwinden
Jeder fünfte Erwachsene hat Angst vorm Zahnarzt

Ursachen für die Angst vorm Zahnarzt

Die Angst vorm Zahnarzt wird auch als Dentalphobie bezeichnet. Dass dieses Phänomen sogar einen medizinischen Namen hat, sagt bereits viel darüber aus, wie ernst das Problem für die Betroffenen ist. Die Ursachen für Panikattacken, Schweißausbrüche und schlaflose Nächte sind vielfältig und gehen teilweise sogar bis ins Kindesalter zurück. Traumatische Erlebnisse in der Kindheit sind nicht selten der Auslöser für die Zahnarztangst, welche einen Menschen bis ins hohe Alter begleiten.

Vor einigen Jahrzehnten hatte die Zahnmedizin noch nicht die Mittel, welche heute zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund wurden auch schmerzhafte Behandlungen unter widrigen Bedingungen und vor allem ohne Betäubung durchgeführt. Die Generation der Menschen über 50 Jahren ist daher besonders häufig von der Zahnarztangst betroffen. Insgesamt hat sogar jeder fünfte Erwachsene Angst vorm Zahnarzt, wie Malte Schaefer auf zahnarztpraxisschaefer.de schreibt.

Neben den Behandlungsmethoden kann auch das Verhalten des Zahnarztes zu einer jahrelangen Angst vor der Behandlung führen. Vor allem Ärzte, welche nicht über genügend Fingerspitzengefühl verfügen, können vornehmlich junge Patienten mit einem falschen Verhalten ängstigen. Gerade dann, wenn der Zahnarzt die Ängste nicht ernst nimmt, Schmerzen verharmlost oder unvorsichtig mit dem Patienten umgeht, sitzt der Schreck tief.

Doch nicht nur persönliche Erfahrungen führen zu einer starken Angst vor dem Zahnarzt. Auch Berichte von Dritten können uns so stark beeinflussen, dass die Phobie vor dem Arztbesuch zuschlägt. Gerade wenn sich Eltern über Schmerzen, Ihre Erfahrungen bei einer Weisheitszahn OP oder schlimme Erlebnisse auf dem Zahnarztstuhl auslassen, kann das die Angst bei Kindern schüren. Menschen, welche solche Situationen erlebt haben, leiden auch als Erwachsener noch unter den Folgen. Auch Erzählungen aus dem Freundeskreis können uns nachhaltig negativ beeinflussen.

Maßnahmen gegen die Furcht

Wenn die eigene Angst offen ausgesprochen wird, dann hilft das bereits ungemein. Angstpatienten sollten ihren Arzt daher offen auf die eigenen Sorgen ansprechen und ihn darum bitten, besonders vorsichtig vorzugehen. In der Regel wissen Zahnärzte dann, was zu tun ist. Sensible Mediziner werden ihrem Angstpatienten die Schritte einzeln erklären und besonders einfühlsam vorgehen. Sollte der Arzt ganz anders reagieren als erwartet, indem er die Probleme zum Beispiel ins Lächerliche zieht oder die Anmerkung des Patienten gar ignoriert, so bleibt nur noch der Wechsel des Arztes. Niemand sollte sich von einem Zahnarzt behandeln lassen, welcher ihm menschlich nicht zusagt. In der Regel wird die Angst auch dann verringert, wenn man sich in guten Händen fühlt.

Gespräche mit dem Zahnarzt helfen, Ängste zu überwinden
Gespräche mit dem Zahnarzt helfen, Ängste zu überwinden

Wenn die Phobie so stark ist, dass man sie alleine nicht mehr in den Griff bekommt, dann sollten Patienten über eine Therapie nachdenken. Die Verhaltenstherapie kann große Erleichterung verschaffen und ist sehr erfolgversprechend. Psychotherapeuten und spezielle Kliniken bieten entsprechende Therapien an – allerdings müssen die Kosten zumeist privat getragen werden.

Auch der Austausch mit Gleichgesinnten kann dabei helfen, die Ängste zu überwinden. Die Zahnarztphobie kommt viel häufiger vor, als viele Betroffene meinen. Wer sich dessen sicher sein kann, dass noch ganz viele andere Menschen mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, der fühlt sich automatisch besser. Der Gang zu einer Selbsthilfegruppe kann ebenso hilfreich sein wie die Anmeldung in speziellen Foren zu diesem Thema.

Eine weitere Methode, um die Angst zumindest zu lindern, ist das autogene Training. Es handelt sich hierbei um eine Therapie zur Entspannung, welche zu Hause ausgeführt werden kann. Es geht darum, sich bestimmte Grundsätze zu verinnerlichen, indem man sich gezielt entspannt. Wenn Patienten sich das autogene Training aneignen, so können bestimmte Sätze auch während einer Behandlung beim Zahnarzt innerlich aufgesagt werden. Das lenkt ab und verlangsamt sogar den Puls.

So kann der Zahnarzt helfen, Ängste zu überwinden

Natürlich kann niemand den Betroffenen die Angst einfach abnehmen. Trotzdem ist das Verhalten des Zahnarztes ausschlaggebend dafür, dass sich Phobiker zumindest etwas entspannen können. In der Regel beruhigt es Menschen ungemein, wenn ihnen die einzelnen Schritte erklärt werden und die Handgriffe nicht zu hektisch getätigt werden. Auch die verwendeten Instrumente sollten den Angstpatienten einzeln gezeigt und die Funktion kurz erklärt werden. Das kostet natürlich Zeit, hilft aber ungemein gegen die Angst.

Umfangreiche Erklärungen der nächsten Schritte helfen Angstpatienten
Umfangreiche Erklärungen der nächsten Schritte helfen Angstpatienten

Zudem sollten ängstliche Personen niemals ohne eine örtliche Betäubung behandelt werden, wenn auch nur die geringste Gefahr besteht, dass es zu Schmerzen kommen könnte. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass sich die Angst weiter manifestiert. Zudem kann eine gemütliche Einrichtung der Angst entgegenwirken. Fröhliche Farben, interessante Wandbilder, viele Pflanzen und helle Räume geben der Praxis eine angenehme Atmosphäre und geben den Patienten ein Gefühl von Sicherheit.

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